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Banyuwangi (ijen)

Donnerstag,24.9.2015

Banyuwangi

In Banyuwangi angekommen ,müssen wir leider feststellen das wir am falschen Termial raus gelassen worden sind…ist ja auch nicht so das wir denn Jungs gesagt haben wo wir hin müssen. Jetzt müssen wir gucken, wie wir zu unserer Unterkunft kommen. Unser Host hat uns mitgeteilt, dass wir max. 50.000 fürs Taxi bezahlen sollen, die Taxifahrer wollen 100.000 und lassen sich auch nicht erweichen. Nach einigem Hin- und Her telefonieren kommt doch jemand vom Homestay und holt uns kostenlos ab! Als unser Fahrer da war, bekam er doch tatsächlich ne Ansage von einem der Taxifahrer…. Er habe ihm seinen Job weggenommen und so…. Tzzz!

Da der Tag heute doch recht anstrengend war, verschieben wir den Ijen auf morgen Nacht.

 

Freitag, 25.9.2015

Heute Nacht besteigen wir den Ijen. Da wir hierfür spät abends aufbrechen müssen, um zum Sonnenaufgang oben zu sein, halten wir es für sinnvoll heute nachmittag, die Strecke dortin einmal im Hellen abzufahren. Aber dazu brauchen wir erstmal einen fahrbaren Untersatz.

Wir versuchen verzweifelt einen Roller zu finden. Erst hiess es, dass unsere Unterkunft uns einen besorgt. Wir werden allerdings ständig auf später vertröstet und dann noch hick hack mit dem Preis, so dass wir uns schlussendlich allein auf die Suche machen. Auch das ist nicht ganz einfach denn wir werden von A nach B, von B nach C und zurück nach A geschickt. Irgendwann bekommen wir dann die Info, dass wir mit dem Microlet in die Stadt müssen, wo wir dann tatsächlich noch einen Roller finden. Die Strecken zum Ijen abzuchecken, lohnt sich jetzt allerdings nicht mehr wirklich.

Wir decken uns noch mit Crackern, Obst und Wasser für die Tour ein und organisieren Bustickets für morgen Nachmittag nach Yogyakarta. Dann hauen wir uns ´ne Runde aufs Ohr. Um 22 Uhr werden wir unsanft aus unseren Träumen gerissen… kurz frisch gemacht und es kann los gehen….

Die Fahrt ist sooo eisig und wir sind schon recht dick eingepackt. Nach ca. 1,5 Stunden kommen wir total durchgefroren an der Basisstation des Ijen an. Wir stellen uns an den Schalter an, der um 1 Uhr aufmacht und ergattern unsere Tickets. Wir zahlen 100.000 IDR für den Eintritt und nochmal 40.000 für die Gasmasken, die uns dringend empfohlen wurden, sprich insgesamt um die 9 Euro pro Person. Bewaffnet mit Ticket, Gasmasken, Taschenlampen und Verpflegung machen wir uns zügig auf den Weg. Wir arbeiten uns an allen anderen vorbei und sind somit nach zwei Stunden Aufstieg, die ersten oben auf demVulkan. Der Aufstieg ist zwar anstrengend aber gut zu bewältigen,zudem war bei Vollmond schon zu erahnen welche grandiose Landschaft uns im hellen rund um den Ijen auf uns wartete.

Auf dem Weg treffen wir auf einen Mienenarbeiter, der sich durch sein chronisches Husten bereits im Vorfeld verrät und sein Geld damit verdient, Schwefel im Ijen abzubauen. Bis zu 90 Kg(!!!) Schwefel, gepackt in zwei Körbe, schleppt er täglich den Berg runter. Und damit verdient er gerade mal ein paar Euro. Nicht ohne Grund, ist das einer der härtesten Jobs der Welt.

DSC02791Der Arbeiter namens Mariono ist sehr gesprächig und wir schliessen
uns ihm an. Gemeinsam mit ihm klettern wir den Krater herunter. Wir können hier trotz Masken kaum atmen und Mariono benuzt lediglich ein in Wasser getränktes Tuch, dass er sich vor den Mund hält. Er zeigt uns, wie der Schwefel abgebaut wird und wie sie den flüssigen Schwefel abzapfen.DSC02794

Der flüssige Schwefel wird in kleine Förmchen gegossen und später als Souvenirs an die Touris verkauft. Damit verdienen sich die Arbeiter ein kleines Zubrot zu ihrem Hungerlohn.

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….zwischen uns beiden Mariono….

Uns schenkt Mariono ein Stück Schwefel, hierfür und für seine Freundlichkeit bekommt er natürlich einen kleinen Obulus von uns.

Ausser dem Schwefelabbau und dem türkisfarbenen Kratersee gibts hier am Ijen das blaue Feuer zu bestaunen. Es entsteht durch Schwefelgase, die sich beim Kontakt mit der Luft entzünden. Ein wahnsinns Anblick! Diese blaue Flamme gibt es nur zweimal auf der Welt, einmal hier am Ijen und einmal noch in Island.

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Beim Aufstieg aus dem Krater bestätigt sich schnell, dass es eine sehr weise Entscheidung war, uns beim Aufstieg an allen Leuten vorbei zu drängeln und Gas zu geben. So unglaublich viele Menschen sind auf dem Weg nach unten in den Krater. Ein Glück das wir die ersten waren und einen ungestörten Blick auf das blaue Feuer, etc. geniessen durften.

Wieder oben angekommen, laufen wir um den Krater herum, um den Sonnenaufgang zu sehen. Jetzt wo es hell wird wird einem erstmal das ganze Ausmass des Vulkans bewusst. Und leider auch die Anzahl der Menschen. Dennoch ist der Ausblick wirklich traumhaft, der türkisblaue See, die Wolken, der Sonnenaufgang… einfach alles!

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DSC02900Nach einer kleinen Pause und Stärkung machen wir uns auf den Rückweg. Jetzt wird uns erstmal bewusst, wie steil die Strecke teilweise war, dass haben wir im Dunkeln gar nicht so wahrgenommen. Für den Abstieg brauchen wir ca. 1,5 Stunden, da es doch ziemlich rutschig auf der Asche ist und wir nicht wirklich schnell gehen konnten…aber wie erwartet war die mit weiteren Vulkanendurchzogene Landschaft atemberaubend.

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Zurück im Homestay, mittlerweile ist es um die 8-9 Uhr, wird erstmal gepennt. Um 12 Uhr macht Mario sich los, um den Roller zurück zu bringen und steht promt vor geschlossenen Türen. Mittags- und Gebetspause!!!…. bis 13 Uhr. Glücklicherweise kam die Gutste doch etwas früher von der Moschee zurück und wir schaffen es pünktlich zum Bus nach Yogyakarta, der um 13:45 Uhr (wieder mal 15 Minuten zu früh) abfährt.

17 Stunden Busfahrt liegen vor uns!

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