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Aldeia Hippie Part 1

10.9.2014

Aldeia Hippie

 Heute ist es ein wenig verregnet „here in Paradise“, so dass nun ausgiebig Zeit ist sich um den digitalen „Papierkram“ zu kümmern und etwas näher auf Unsere derzeitige Situation einzugehen.

Nachdem Wir uns nach einer Nacht aus dem kleinen Fischerdörfchen Arembepe abgemacht haben in die „Adeia Hippie“ sind wir nun mittlerweile die 3. Nacht hier.

 

Geplant war das so nicht, aber genau das macht es so wie es sein soll auf unserer Reise, das ungeplante mit einplanen!

 

Nachdem wir Samstag in Arembepe angekommen und ein wenig schockiert über die Zimmerpreise waren und uns dementsprechend nur eine Nacht eingebucht hatten, sind wir noch am selben Tag die knapp 2KM

In die Aldeia Hippi marschiert um zu gucken was da so abgeht….

 

In der ersten Community war dann doch bisschen „too much love,too much happiness and too much peace“…heisst im Klartext alles was da an Personen draußen vor dem sehr gemütlichen „Hexenhäuschen“ gesessen hat, war irgendwie ,irgendwo darin untergebracht…keine Ahnung wie genau das gepaßt haben soll…aber alle waren sehr freundlich und der stolze Besitzer der bereits mehr als 25Jahre hier lebt und sein Geld u.a. mit T-Shirt´s bedrucken und kleineren Schnitzereien verdient sprach ausreichend Englisch um uns alles zu zeigen und zu erklären.

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Obwohl wir versuchten mehr begeistert rüberzukommen wie wir tatsächlich waren, schien er Lunte gerochen zu haben und bot uns „another Option“ bei seinem guten Freund an, der ca 200 Meter weiter quasi am „zentralen Marktplatz“ in dem doch recht riesigen Areal seine selbstgefertigten Armbändchen und Ohrringe verkauft.

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Also ging er mit uns darüber und erklärt Jabar was los ist.

Kam Ihm wohl gerade ganz recht und er erklärte uns überraschenderweise auf Deutsch das er jetzt soweit fertig wäre prompt wurde Feierabend gemacht „Verkaufsstand“ zusammengerollt unter den Arm geklemmt und war schon vor uns startklar, weil wir uns gerade noch n Sandwich und n kaltes Bier im „Restaurant“ bestellt hatten.

Danach gings dann ab, wie er sagte zu „my house“.

An der Stelle sei noch erwähnt das nach den knapp 2KM von Arembepe das Areal des Dörfchens erst beginnt, ab da geht’s nur wild irgendwelchen Trampelpfaden nach bis man dann irgendwann irgendwo an Häuschen oder am „Campingplatz“ vorbeikommt.

Wo uns dann ziemlich schnell auch klar wurde das es eine ganz schön zähe Nummer wird, die Strecke mit vollem Marschgepäck zurück zu legen.

Ziemlich weit an allem vorbei kam dann endlich „my house“.

Wir waren mittlerweile schon fertig wie´n Lachsbrötchen, da das auf und ab durch die Dünen in der Hitze doch recht anstrengend war (…und das OHNE Marschgepäck!).

……und Zack standen wir Samstags Nachmittags mitten in einer „einfach-so-Party“.

Ich vermute mal aus taktischen Gründen hat er uns erst mal gesagt das wär nur heute so, was sich aber bei Anreise einen Tag später als nicht ganz richtig erweisen sollte, denn da gings mindestens genauso rund, weil 2 Amigo´s Ihren Geburtstag feierten. Dazu aber gleich mehr.

Er zeigte die einzelnen Unterkünfte, wir erklärten ihm, dass wir für die Nacht noch in Arembepe ein Zimmer hätten und fragten wann wir denn kommen könnten und was der Spaß kosten würde.

Kommen wann wir wollen, kein Problem und die Nacht 40 Reias…..Hervoragend….in Arembepe haben wir 90 Reias gelatzt!!

Sicher nicht ganz uneigennützig meinte er wir könnten ja bisschen Wein und evtl was Fleisch oder so für ein abendliches Barbecue am Lagerfeuer mitbringen, bei den Unterkunftspreisen mehr als selbstverständlich….nur waren bei der Besichtigung locker 10-15 Leute anwesend…..allerdings war das eine Investition die sich wie sich jetzt zeigt lohnen sollte (musste gerade das schreiben unterbrechen weil wir von seinem Bruder im Häuschen nebenan zum Essen gerufen wurden).

Also marschierten wir wieder zurück nach Arembepe und ich legte mich auch relativ früh hin, da sich bei mir ein kleiner Magen-Darm-Infekt ankündigte.

Den Tag drauf waren wieder dementsprechend früh, woran der lärmende fast schon Sturmartige Wind nicht ganz unschuldig war, auf den Beinen.

Körperlich war ich im Gegensatz zum Vortag auch wieder recht fit und sah mich auch in der Lage meinen Rucksack bis dort rüber zu schleppen.

Also erst mal ab in den Supermarkt,2x 1Liter Flaschen Wein aus´m Angebot gekauft, ein recht üppiges Stück Fleisch (wussten schließlich nicht wer vom Vortag noch so alles da war) noch schnell n Happen Essen und an den Bankautomat, Zimmer- bzw Schlüsselübergabe und ab ging es nach „Adeia Hippie“!

Am Areal angekommen, schleppten wir uns und unser Marschgepäck erst an der ersten „Community“ vorbei die uns freundlich und mit den Worten „ah, i remember“ alle begrüssten wir aber um Luft ringend und wild gestikulierend nur „….hi……to your Friend (winkend Richtung andere Unterkunft)“ rausbrachten…..und natürlich den nach oben gerichteten Daumen…eine der am meisten verwendeten Gestiken hier für alles und jede Situation sofern auch nur irgendwas halbwegs in Ordnung ist.

Und weiter up´n´down durch die Dünen…..“Marktplatz“ in Sicht…doch wo ist unser Vögelchen von gestern hin…..mmmh…hat wohl heute frei……kleines kaltes Wasser um den bevorstehenden totalen Zusammenbruch vorzubeugen…hiesse Rucksäcke runter und später wieder hoch…nööö….durchziehen und Zusammenbruch einkalkulieren.

Irgendwann war dann endlich „unser Land“ in Sicht…gleiches Bild wie gestern…..nur diesmal keine „einfach-so-Party“….sondern „Geburtstag-Party“!

Aber das war uns so scheissegal weil wir endlich da waren, viel weiter wäre echt kaum machbar gewesen, Auf normalen Sträßchen, Gassen etc kein Problem…aber in den Dünen echt ne Qual und kein vorankommen.

Erst mal die Rucksäcke runter und schon hatten wir von irgendwem n kaltes Bier in der Hand!

Ein Traum!

Und da saß auch direkt unser Vögelchen mitten im Chaos und war wie der Rest schon sichtlich angeditscht (lag wohl am Cachasa und diversen anderen hochprozentigen flüssigen Köstlichkeiten die in rauen Mengen vorhanden waren).

Aber alles im Lot.

Schnell stellten wir uns aber die Frage ob das jetzt jeden Tag hier so abgeht oder was hier los ist.

Wie bereits erwähnt feierten 2 der zahlreich vertretenen Einheimischen

Ihren Geburtstag.

Alle kamen aus Salvador oder direkter Umgebung und bestanden aus einer bunten Mischung aus Studenten, Schülern und „normalem Arbeitsvolk“, so zumindest die Erklärung von „Jabar“ (keine Ahnung ob es so geschrieben wird, habe Ihn auch nicht gefragt, weil sich aus dem Gespräch heraus raus kristallisierte das er wohl nie auf einer Schule gewesen sei und ausschliessen wollte Ihn in Verlegenheit zu bringen in dem ich Ihn bitte seinen Namen zu buchstabieren).

Die schweißnassen Klamotten noch nicht ganz abgetrocknet und nach dem kalten Bier kam auch schon „Jaido“ (wohl Jabar´s Bruder) und hielt mir portugiesisch grummelnd einen Teller mit Hühnchen hin, den ich aber erstmal dankend ablehnte…erst mal Flüssigkeitshaushalt in den Griff bekommen….dafür sorgten die restlichen Jungs bereits unaufgefordert, allerdings mit Getränken die ein Sportmediziner in der Situation alles andere als geraten hätte…..Endresultat gegen Einbruch der Dunkelheit…..Ich bekam Fieber (Infekt bißchen zäher wie erst gedacht), war total besoffen und einfach nur fertig und unser Quartier wo wir unsere Taschen abgelegt hatten stellte sich tatsächlich als „my house“ raus und der Chef selber lag quer in der Hängematte, die ich mit Ihm zusammen aufgehangen hatte. Die wiederrum quer über den Matratzen hing, die als unser Nachtlager dienen sollte. Mmmh. Nun gut, dass haben wir dann erstmal so hingenommen und uns der Party angeschlossen. Kurz darauf verlies aber dann doch eines der anwesenden Pärchen ihre Behausung, Jaido, der Bruder von Jabars sauste kurz mal mit dem Besen durch und so hatten wir nun doch ein eigenes „Zimmer“. Leider war die Nacht nicht ganz so entspannt, denn die Party inkl. extrem lauter, sich ständig wiederholender Musik einfach kein Ende nehmen wollte.

Am nächsten Tag ging es leider ähnlich weiter, aber zum Glück musste das Partyvolk dann doch wieder arbeiten, zur Schule oder sonst wohin, so dass sich alles im Laufe des Vormittages auflöste und wir endlich allein waren.

 

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