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Lumut

19.3.2015

 

Lumut

Heute Mittag um13.40 Uhr sind wir von Kuala Lumpur Richtung Lumut gestartet um dort unseren ersten Workaway-Host zu treffen.

Lumut ist eine Stadt im malaysischen Bundesstaat Perak und befindet sich an der Westküste der Malaiischen Halbinsel, rund 50 km südwestlich von Ipoh (ca. 84 Straßenkilometer) und 160 km nordöstlich der Hauptstadt Kuala Lumpur. In Lumut wohnen rund 38.000 Menschen.Der Name Lumut bedeutet übersetzt in Malaiisch Seegras, bzw. Algen. Die ersten Bewohner nannten die Siedlung Lumut, da es an der Küste dort sehr viele Algen gibt.Lumut ist für Besucher der Insel Pulau Pangkor das wichtigste Einfallstor. Pulau Pangkor befindet sich etwa sechs Kilometer westlich des Stadtzentrums von Lumut.     Quelle:Wikipedia

Um kurz nach 18 Uhr waren wir dann endlich angekommen und wurden von Locky am Bus-Bahnhof abgeholt.

Der erste Weg war natürlich die Bootsbesichtigung…..wow…von wegen Nussschale…..ein 24 Meter Segelboot….im Umbau zum Expeditionsschiff.

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…so sah es aus als wir dort ankamen….

Im Laufe des Gesprächs stellte sich dann heraus das Locky als Kapitän auf Greenpeace und Sea Shepherds-Booten arbeitete…jeder der also auf Discovery-Channel oder Animal-Planet schon mal die Wahnsinnigen gesehen hat die mit Gummibooten versuchen, Japanische Wahlfangflotten vor der Antarktis vom Wale abschlachten abzuhalten….der wird bestimmt auch unseren „Arbeitgeber“ dort gesehen haben:

…und hier eins  seiner „Spielzeuge“ von den Sea Shepherds:

So klein ist die Welt…..das kommt einem aktuell alles ein wenig surreal vor….mal gucken wie es morgen nach dem ersten Arbeitstag aussieht.

 

20.3.2015 18.09 Uhr

Der erste Arbeitstag ist rum und wir sind jetzt frisch geduscht und leicht geplättet „zu Hause“.

Heute waren noch Schleifarbeiten angesagt…die komplette rechte Seite haben wir heute mit bis zu 4 Mann (-/Frau…Pedi inklusive) mit Schwingschleifern bearbeitet und Lackierfertig geschliffen.

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Morgen kommt die andere Seite dran und am Sonntag soll dann lackiert werden.

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…hier ist das Schmuckstück nach der Schönheitskur…what a beauty!

Heute hat mir Locky gezeigt was er nächste Woche mit mir vor hat….der Hauptantrieb muss verlegt werden, Lagerböcke für die Kardanwellen die die Schiffsschraube antreibt müssen noch konstruiert und gefertigt werden….das wird auf jeden Fall noch interessant.

Bin gespannt was sich hier mit Locky´s Segelkollegen noch alles für Gelegenheiten ergeben und wo wir folge dessen noch ungeplant landen werden…..

 

26.3.2015

Die Arbeitsstage werden immer länger, aber die Arbeit ist Gott sei Dank auch dementsprechend.

Während Pedi diverse Spachtel-/Schleifarbeiten an einigen Einzelteilen des Bootes macht…

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….einmal wenden bitte…

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…habe ich die letzten 2 Tage mit Locky zusammen das „Aquadrive“ installiert. Dazu musste eine Konsole gefertigt werden um das Lager aufzunehmen. Das ganze sieht folgendermaßen aus:

Aquadrive
…so die Theorie….

 

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….Fertigung der Einzelteile….

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….und so sieht dann die Praxis aus…..

Heute haben wir dann angefangen Teile aus dem Bootsrahmen auszuschneiden um den Motor ca. 100 mm weiter nach hinten verlegen zu können.

Vorgestern hatten wir einen kleinen Einweihungsumtrunk nachdem die Lackierarbeiten soweit erledigt waren. Mit dabei waren das australische Pärchen von nebenan (des & Marylin), Peter (ebenfalls Australier und hat bereits 2 Boote komplett selber gebaut….und ist noch fit wie´n Turnschuh mit seinen 78 Jahren!!), Alan…welcher alleine segelt, Kenneth aus Queensland den kein Mensch versteht (der Queensland-Dialekt ist einfach zu hart !)…..und Keith mit seiner Frau.

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….ganz links ist Peter (78) zu sehen,rechts daneben Ken aus Queensland…Ken trafen wir im Laufe der Rallye noch so einige Male…coole sau…aber nur schwer bis garnicht zu verstehen….

Letzterer hat uns gestern seine Visitenkarte zugesteckt und meinte er habe gehört wir würden gerne mal segeln….sollen uns melden…..dann schickt er uns eine Auflistung wann er wohin segelt!

Top…..so hatten wir uns das erhofft!

Locky meinte auch schon wir sollten bei den Sea Shepherds anheuern….da ist man aber auch direkt mehrere Monate unterwegs….mal schauen…man weiß ja nie.

Wir warten jetzt erst einmal ab wo Keith so hin eiert wenn er in einer Woche wieder zurück in Marina Island ist.

Mal schauen wie es weitergeht……

 

1.4.2015

Die Arbeit ist weiterhin recht interessant…Pedi hilft gelegentlich bei den „Nachbarn“ ein wenig aus weil Marilyn sich die Schulter gebrochen hat…ebenfalls waren wir dabei als sie ihr Boot nach Monaten endlich wieder ins Wasser lassen konnten.

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Des & Marilyn überglücklich wieder „back in water“ zu sein

…aber jetzt zu den wichtigen Sachen: Wir haben jetzt definitiv die Zusage mit Keith mit fahren zu können….Kopien unserer Passports sind bei der Indonesischen Seefahrtbehörde eingereicht um uns als Crew zu registrieren….zeitlich ein wenig knapp…mal schauen ob es hin haut.

Sollte es nicht hin hauen können wir trotzdem bei einer Ralley bis Borneo mitfahren….ohne indon. Visa halt nur die malaysische Seite…aber das ist ja alle mal schon der Knaller…und das gegen ein Unkostenbeitrag für die Verpflegung….und wir lernen segeln.

Jetzt werden sich bestimmt einige Leute fragen, wofür wollen die segeln lernen?

Gute Frage!

Aktuell versucht unser „Arbeitgeber“ Locky uns bei einem französischen schwerreichen Industriellen ein Segelboot für lau klar zu machen.

Laut seiner Aussage wollte der das Ding los werden weil er keinen Bock mehr drauf hat und er soviel Kohle hat das er es verschenkt.

Was er jetzt im einzelnen unter verschenken versteht ist nicht ganz sicher…am Hungertuch zu nagen scheint er nicht….da gehen die Vorstellungen ja schonmal schnell auseinander.

Ob das alles genauso richtig ist und auch so läuft, bleibt ab zuwarten.

Aktuell ist wissen wir nur das das Boot immer noch nicht den Besitzer gewechselt hat und das Segel erneuert werden muss.

Locky versucht den Franzosen zu erreichen um zu erfahren wie er sich das genau vorstellt. Sollte er das wirklich für lau abgeben, fährt Locky mit uns zum Boot und sagt uns was zu investieren ist um damit zu segeln. Noch setzen wir mal nicht allzu viele Hoffnungen in die Aktion….aber der Knaller wäre es alle mal.

Um zu schauen ob es überhaupt was für uns ist segeln wir jetzt erst einmal mit Keith….der uns auch angeboten hat wenn wir mit einander klar kommen, uns nach der Ralley mit nach Australien zu nehmen wenn er dorthin zurück segelt.

Locky hat uns angeboten dafür zu sorgen das wir bei den Sea Sheperds als Crew auf´s Schiff kommen um von Australien aus mit in die Antarktis zu fahren….die „Arbeitsstelle“, die ursprünglich als kleine Abwechslung (mit dem plus an freier Unterkunft+Verpflegung) gedacht war, hat uns Türen zu komplett unbekanntem Terrain geöffnet…..nach mehr als 6 Monaten Südamerika scheint das wirkliche Abenteuer hier in Malaysia erst zu beginnen…

Sowas wäre dann unsere Aufgabe wenn wir bei den Sea Shepherds anheuern:

Nachtrag: Wir haben uns das Segelboot mit Locky zusammen angeschaut…Segel im Eimer und im Boot selber nichts, aber auch rein garnix drin…definitiv zu viel Arbeit und (Geld-)Aufwand um das Gerät „mal gerade“ fertig zu machen um damit rum zu schippern. Schade. Trotzdem hier mal ein paar Fotos von dem Schätzchen für lau:

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….leider zuviel Arbeit für unser „small budget“….

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Freitag, 10.4.2015

9.37 Uhr

Wir sind immer noch in Lumut. Am Dienstag ist Locky nach Australien zu seiner Familie geflogen. Da letzte Woche Freitag die Angestellten von der Marina (keine junge Dame, sondern so wird die Anlegestelle genannt) rum marschiert sind und gefragt haben wer mit auf die Nachbarinsel Pangkor mit möchte (im Rahmen der Rallye), haben wir uns mit eintragen lassen und waren sowohl am Mittwoch mit auf der Pangkor Tour wie auch gestern Abend auf dem Barbecue.

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…von Schwerreichen bis Mittelständlern alles dabei…doch eins haben sie alle gemeinsam….sie lieben segeln….

Das ein oder andere mal wurde schon blöd gefragt welches Boot denn unseres wäre und auf die Antwort das wir an dem „Giganten“ mit gearbeitet haben, gab es auch schon mal fast schon verständnislose Blicke….oder aber auch entwickelten sich daraus auch interessante Gespräche.

Da die Yordi´s (wie sie sich selber nennen) natürlich unter einander prima mit einander zurecht kommen und auch viel mit einander (und auch übereinander) reden, konnte ich es mir natürlich nicht nehmen lassen an manchen Stellen zu erwähnen das es nicht wirklich ein Verbrechen ist (noch) kein Boot zu besitzen und ein paar wenige von ihnen schon recht arrogant rüber kommen. In Anbetracht der Tatsache das 90% von denen unsere Eltern sein könnten haben wir ja noch locker 30 Jahre um in deren „Liga“ mit zu spielen. Das witzige ist das die meisten von denen selber gar nicht so die dicke Kohle haben, sondern Mieteinahmen ihres Hauses zum Beispiel brauchen um das Leben auf Wasser zu finanzieren. Bis auf ein paar Bonzen waren sie auch eigentlich alle in Ordnung und super freundlich…aber so eine Arroganz ärgert einen dann schon ein wenig.

Die nächsten zwei Tage machten wir nicht mehr ganz soviel. Wir versuchten Rubel etwas aufzuheitern, der sehr traurig darüber ist, das alle gehen und wahrscheinlich dadurch auch etwas Heimweh hat. Wir überreden ihn mit uns ins Kino zu gehen. Wir schauen uns Fast and the Furious 7 an, anschließend ist auch seine Laune wesentlich besser.

Am Tag vor unserer Abreise treffen wir uns mit Des und Marilynn auf deren Boot und trinken ein Abschlussbierchen. Dabei waren noch 4 andere Australier (einer davon war Jeff, der der uns mit seinem Schlauchboot zur St. Joseph gebracht hatte, und seine Frau), später kamen noch Peter und James dazu. Alles in allem ein schöner Abend.

Generell war die Erfahrung hier in Lumut ein absolutes Highlight…es wurden uns viele Türen geöffnet. Locky, der schon fast „Prominentenstaus“ hat durch die Sea Shepherds Aktionen (was uns selbst während wir dort arbeiteten nicht bekannt war) ist trotz allem eine richtig „coole Sau“ und wirklich mehr als in Ordnung und alle anderen die wir in den 3 Wochen kennen und mögen gelernt haben, haben die paar Wochen „Arbeit“ zu etwas besonderem gemacht.

Danke Locky,Rubel,Peter, Des & Marilyn und jeden weiteren der jetzt nicht aufgeführt sein sollte.

Am nächsten Morgen brachte uns Rubel zum Busbahnhof und es hieß Abschied nehmen von Lumut…. Auf nach Penang…..

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